"Das bisschen Haushalt - Struktur statt Stress" 10.02.2026
"Wenn man nicht im Hotel lebt, hat man einen Haushalt!" 56 LandFrauen informieren sich über effiziente Haushaltsführung.
Planen, organisieren, reinigen - wer einen Haushalt führt, weiß, dass diese Aufgaben zum Alltag gehören. Wie sich all das jedoch strukturiert, zeitsparend und zugleich nachhaltig gestalten lässt, zeigte Referentin Brigitte Kreuzer bei einem informativen Abend. In vier thematisch gegliederten Blöcken vermittelte sie praxisnahe Tipps und regte zugleich zum offenen Erfahrungsaustausch an.
Im Mittelpunkt standen die Bereiche Organisation und Ordnung, Hausreinigung, Wäschepflege sowie Speisenzubereitung. Besonders wichtig war Frau Kreuzer dabei der Dialog untereinander. Immer wieder ermutigte sie die Teilnehmerinnen, eigene Erfahrungen einzubringen, bewährte Methoden zu teilen und voneinander zu lernen. So entwickelte sich ein lebendiger Austausch, der zeigte, wie vielfältig und individuell Haushaltsführung gestaltet werden kann.
Zu Beginn widmete sich die Referentin der grundlegenden Organisation. Je nach Größe des Haushalts fallen durchschnittlich rund vier Stunden Hausarbeit an - davon übernehmen nach wie vor überwiegend die Frauen etwa drei Stunden, während Männer im Schnitt eine Stunde beitragen. Umso wichtiger sei eine klare Struktur. Die Basis bilde ein durchdachter Arbeits-und Speiseplan. " Was steht an? Wann soll es erledigt sein? Welche Ziele setze ich mir?" - diese Fragen sollten regelmäßig gestellt werden. Aufgaben zu terminieren und der sogenannten "Aufschieberitis" keinen Raum zu geben, sei entscheidend für einen reibungslosen Ablauf.
Kleine Maßnahmen könnten dabei Großes bewirken: Tätigkeiten, die in zwei bis fünf Minuten erledigt sind, sollten sofort ausgeführt werden. Zehn Minuten tägliches Aufräumen schafften dauerhaft Ordnung. Auch bewusste Kaufentscheidungen gehörten zur Organisation: Neue Anschaffungen sollten gut überlegt werden. Dinge, die man bereits mehrfach in den Händen hatte, ohne sie zu benutzen, dürften getrost aussortiert werden. Weniger Besitz bedeutet oft mehr Übersicht und weniger Arbeit.
Im Bereich der Hausreinigung empfahl Frau Kreuzer, den eigenen Bedarf genau zu prüfen. Welche Geräte erleichtern die Arbeit tatsächlich? Ob Akkusauger, Saugroboter oder klassischer Besen - entscheidend sei, was zum jeweiligen Haushalt passe und effektiv einsetzbar sei. Auch bei Reinigungsmitteln plädierte sie für Einfachheit: Ein guter Allzweckreiniger, Zitronensäure und Gallseife seien in den meisten Fällen völlig ausreichend. Weniger Produkte bedeuteten nicht nur geringere Kosten, sondern auch eine Entlastung für Umwelt und Gesundheit.
Bei der Wäschepflege riet die Fachfrau zu kompaktem Vollwaschmittel und Colorwaschmittel in Pulverform. Flüssigwaschmittel und insbesondere Weichspüler sollten - auch aus ökologischen Gründen - möglichst vermieten werden. Entscheidend sei zudem die richtige Dosierung. diese müsse sowohl an den Wasserhärtegrad als auch an die tatsächliche Wäschemenge angepasst werden. Ein gelegentliches Wiegen der Trockenwäsche könne dabei helfen, ein besseres Gefühl für die passende Menge zu entwickeln und Überdosierungen zu vermeiden.
Zum Abschluss gab Frau Kreuzer den Teilnehmerinnen zwei Denkanstöße mit auf den Weg, die im Alltag Orientierung bieten können: "Muss das sein?" und "Muss das so sein?" Diese Fragen helfen, Routinen zu hinterfragen, Arbeiten abzugeben, Prioritäten neu zu setzen und den Haushalt bewusst und selbstbestimmt zu gestalten.
Leben als Frau in Uganda - ohne Wasser und Strom 03.02.2026
"Für ugantische Frauen gelten die vier K: Kinder, Küche, Kirche und Kaffeeanbau"
33 Frauen lauschten dem Vortrag von Birgit Schwarzmeier aus Bad Dürrheim vom Verein Uganda-Freundeskreis e.V..
Uganda, die "Perle Afrikas" in Ostafrika, ist bekannt für seine Berggorillas, den Viktoriasee, den Ursprung des Nils sowie seine außergewöhnlich artenreichen Nationalparks. Die Hauptstadt des Landes ist Kampala, und Luganda ist eine weit verbreitete Sprache. Rund 70 bis 80 Prozent der Erwerbstätigen leben vom Anbau von Kaffee, Tee und Bananen. Uganda zählt zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt, gleichzeitig jedoch auch zu den Ländern mit der jüngsten Bevölkerung: Etwa die Hälfte der Einwohner ist jünger als 15 Jahre. Seit rund 40 Jahren wird das Land vom inzwischen 81-jährigen Präsidenten Museveni regiert, der vor allem von der älteren Generation unterstützt wird. Dadurch gleicht die politische Situation einem ausgeprägten Generationskonflikt.
Birgit Schwarzmeier und ihr Mann unterstützten zu Beginn ihrer Hilfsarbeit die Dorfbevölkerung mit Solarkochern. Im Laufe der Zeit wurde jedoch deutlich, wie schwierig es ist, neue Strukturen dauerhaft zu etablieren - ganz nach dem Motto: In Europa haben wir die Uhren, Afrika hat die Zeit: So reifte die Erkenntnis, dass Bildung der Schlüssel zu einer besseren Zukunft ist: "Wir helfen Kindern, sich zu helfen."
Frau Schwarzmeier ist gemeinsam mit ihrem Mann mehrfach vor Ort, um die Bildungsprojekte zu koordinieren und zu begleiten. Mit eindrucksvollen Bildern aus Uganda untermalte die Referentin ihren Vortrag und berichtete, dass trotz der noch sehr traditionellen Rollenverteilung die Wertschätzung von Frauen langsam zunimmt. Ein Drittel der Parlamentarier sind inzwischen Frauen - ein Umstand, der Hoffnung macht.
Als Fazit des Vortrags lässt sich festhalten, dass wir für unser priviligiertes Leben durchaus das ugandische Lebensmotto übernehmen könnten: "
"Und wenn alles noch so schwer ist - morgen geht die Sonne wieder auf."
Teeseminar 20.01.2026
24 Frauen nahmen begeistert am Teevortrag von Sabine Menrath teil. Dabei präsentierte sie nicht nur ihr umfassendes Wissen über Tee - schnell wurde klar, dass es um weit mehr ging als um ein Heißgetränk.
Schon als Kind entwickelte Sabine Menrath ein starkes Interesse an Pflanzen, Tieren und der Natur, das vor allem durch ihre Großmutter gefördert wurde. Ihr beruflicher Werdegang führte sie zunächst zur Ausbildung als Kinderkrankenschwester, anschließend absolvierte sie ein Intensivstudium zur Heilpraktikerin und zur Homöopathin. Im Laufe der Jahre eignete sie sich fundierte Kenntnisse unter anderem in Anatomie, Homöopathie, Fussreflexzonen-und Irisdiagnose sowie in verschiedenen Therapieformen wie der Kinder- und Säuglings-Dorn-Breuss-Therapie, Klang- und Bachblütentherapie an.
Kurzum: Sabine Menrath vereint geballte Kompetenz. So stand am Dienstagabend nicht nur Tee im Mittelpunkt, sondern vor allem Tee im Zusammenhang mit Gesundheit und Prävention.
Aber auch ihr umfangreiches Teewissen ließ keine Wünsche offen. Teezeremonien gibt es rund um den Globus: In Japan haben sie Kultstatus, in Indien steht Tee besonders für Gesundheit, und in Ostfriesland heißt es bekanntlich"Immer Tied för´n Koppke Tee". Dort trinkt man traditionell mindesten drei Tasse Tee hintereinander - und das gleich viermal täglich. Tee zählt zu den ältesten Getränken der Menschheit. Die Teilnehmerinnen erfuhren Wissenswertes über Anbau, Verarbeitung und Herstellung. Ähnlich wie beim Wein beeinflussen Anbaugebiet und Höhenlage mit ihren speziellen klimatischen Bedingen den Geschmack des Tees ganz erheblich.
Ein weiteres Thema war das oft unterschätzte Image von Teebeuteln. Häufig wird angenommen, dass Tee aus Beuteln grundsätzlich minderwertig sei oder schlechter schmecke als loser Tee. Tatsächlich gibt es jedoch sowohl bei losen Tees als auch bei Beuteltees hochwertige und weniger hochwertige Qualitäten. Darum sollte man beim Kauf eines Tees auf der Verpackung auf Begriffe wir "Single Estate", "Gartentee", "aus der Plantage von..." oder eine detailierte Herkunftsangabe für Tees aus einem bestimmten Anbaugebiet achten.
Abgerundet wurde der Vortrag durch zahlreiche praktische Tipps und Empfehlungen: So wirkt griechischer Bergtee entzündungshemmend, stärkt das Immunsystem, beruhigt die Nerven und wird sogar im Zusammenhang mit der Vorbeugung von Alzheimer erforscht. Cistustee ist ein unkomplizierter Kräutertee für den täglichen Genuss. PU.Erh-Tee ist der einzige wirklich fermentierte Tee; er wird zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt und soll Herz-Kreislauf-System und Blutdruck stabilisieren sowie den Cholesterinspiegel senken. Rotbuschtee (Rooibos) gilt als hilfreich bei Allergien wie Heuschnupfen, Nahrungsmittelallergien oder Hausstaubmilben sowie Hautproblemen wie Neurodermitis. Seine enthaltenen Flavonoide können entzündungshemmend wirken und die Histaminfreisetzung beeinflussen.
Der Abend bot eine gelungene Mischung aus Fachwissen, praktischen Gesundheitstipps und spannenden Einblicke in die Welt des Tees und natürlich gab es auch Tee zum Verkosten.